Montag, 15. März 2010

Zurück in der Zivilisation

Freunde des Wellenbads,

stellt euch vor, ihr sitzt Abends vor dem Fernseher. Im ZDF läuft „Das Traumschiff“, man beneidet das obligatorische Pärchen, das am weißen Strand mit türkisblauem Meer und Kokospalmen entlang spaziert. Und was denkt man? Danke wahrheitsverdrehende Medienbranche, sowas gibt’s eh nicht in Echt.

DOCH. So etwas gibt es in Echt! Und zwar in Airlie Beach, Whitsundays Coast, Queensland. Umwerfende Ausblicke könnten es sein auf die Airlie Bay, weiter draussen die Whitsunday Islands, die man vom Festland schemenhaft erkennen kann. Wäre da nicht das unberechenbare Wetter… trotz Ende der Regenzeit und Versprechungen der Einheimischen, die Regenwolken wollen sich einfach nicht verziehen. Kein dauerhafter Regen, nein ein Wechsel aus Sonne und dunkelgrauen Wolken mit Sturmböen. Da kann man leider auch den Gang an die nette Airlie Lagune vergessen, wo alles Klatschnass ist und die Leute alle paar Minuten zum nächsten Unterstand rennen um sich vor der Sintflut zu retten.

Glücklicherweise hat der Ort aber wieder etwas mehr zu bieten als beispielsweise Agnes Waters. Eine Hauptstraße mit Geschäften und überteuerten Supermärkten, sowie eine Esplanade mit Aussicht auf die Bucht.

Zusätzliche lassen sich ungefähr hier ungefähr 20 verschiedene Reisebüros finden, welche Segeltörns und Ausflüge auf die Inseln anbieten. In einem solchen habe ich dann auch gestern einen Daytrip mit Sea Rafting gebucht, eine Segelbootreise entspricht leider nicht meinem noch vorhandenen Budget. Diese Gesellschaft fährt bei jedem Wetter raus, ganz egal obs regnet und stürmt. Am Abend musste ich dann allerdings von einem Mitbewohner meines Hostels erfahren, dass so gut wie alle Trips wegen schlechtem Wetter und Wind für den nächsten Tag gecancelt wurden. Alle, bis auf meine. Erschreckend.

Trotz allem machte ich mich heute Morgen guter Dinge (obwohl mir eine halbe Pizza und ein Packung Tim Tams aus dem Kühlschrank geklaut wurden) auf den Weg zum Pick-Up. Im Bus wurde das Befürchtete dann allerdings Wahrheit: der Fahrer wies uns darauf hin, dass die Windgeschwindigkeit heute zwischen 30 und 35 Knoten lagen und die Wellten 3 bis 4 Meter hoch wären. Tolle Wurst, dachte ich mir und habe vor Angst gezittert wie Espenlaub. Wir könnten aber canceln, wenn wir Rückenprobleme hätten, schwanger wären oder uns das ganze einfach zu viel Angst machen würde. Alles klar, meine Chance, Trip gecancelt. Eine deutsche Mitreisende maulte rum und meinte, es würde schon nicht so schlimm werden, ich solle mich nicht so anstellen. Was bilden sich die Leute eigentlich ein? Ist „Nein, ich komme NICHT mit!“ unverständlich? Tsss…

Naja und nun sitze ich hier, bin meines Lebens froh und auch ein wenig traurig, weil ich die schöne Inselwelt jetzt gar nicht mehr bewundern kann. Für die nächsten Tage soll der Wind noch schlimmer werden und ich wollte hier keine Wurzeln schlagen. Schade. Aber es gibt ja noch mehr schöne Sachen zu sehen. Vielleicht sollte es auch einfach nicht so sein…

In diesem Sinne,
frohes Wellenreiten!






Dieses nette Haustier haben wir im Hostel im Bad!

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