Donnerstag, 25. März 2010

Welcome to the Jungle!

Freunde der Freiluftaktivitäten,

wie wahrscheinlich schon jeder mitbekommen hat, ich habe den Cyclon überlebt! Genaugenommen habe ich nicht mal einen Luftzug davon mitbekommen. Der Kerl hat Airlie Beach verwüstet und dort den absoluten Ausnahmezustand auf den Plan gerufen.

Die letzten 2 Tage habe ich im Nichts verbracht. Also nicht, dass ich daran nach 22 Jahren in Nierst nicht gewohnt wäre.

Das Nichts trägt den schönen Namen Mission Beach und ist (Gerüchten zufolge) einer der schönsten Orte ganz Australiens um sich todesmutig aus 14.000 Fuß Höhe vom Himmel zu stürzen, die Backen und Fettansammlungen in der Luft flattern zu lassen und davon auch noch Videoaufnahmen zu machen. Im kommerziellen Wirtschaftsbereich nennt man das dann einen Skidive.

Die Mehrheit der hier absteigenden Backpacker schließt sich diesem Vergnügen an und so wird einem mindestens 3 Mal am Tag die Frage gestellt: „Uuuund, wann machst du deinen Sprung?“. Auf die Antwort „Gar nicht!“ erntete man meist ungläubiges Augenbrauen-unter-die-Stirn-ziehen. („Und was willst du dann hier?“ ist oftmals die nächste Frage.)

Weitere spannende Dinge die man hier tun kann: Regenwaldwanderungen (mehr Regen als Wald), Ausflüge auf die vorgelagerte Dunk Island (ebenfalls zu viel Regen) und einen Strandspaziergang in den eigentlichen Ortskern von ca. 5 km. Für letzteres konnte auch ich mich begeistern lassen, sogar mit einigen Schauern, denen ich mich tapfer gegenübergestellt habe. Zusammen mit der schon im Magnetic Island Bericht genannten Schweizerin habe ich den langen Weg bestritten, bei dem auch die abenteuerliche Überquerung eines Creeks eingeschlossen war. Zwar war zu diesem Zeitpunkt Ebbe und der reißende Fluss ein schnell dahinplätscherndes Bächlein, doch wir mussten der Wahrheit ins Gesicht blicken: hervorragendes Krokodilrevier. Man wies uns vorher schon darauf hin, dass an der Flussquelle eine Horde Süßwasserkrokodile ihr Zuhause haben, doch wie ich des öfteren gehört hatte, leben in den Mündungen die für Menschen lebensgefährlichen Salzwasserkrokodile. So watete ich mit einer Heidenangst durch das sandige Flussbett, bin bis zu den Knien eingesunken und in ein unerwartetes Loch getreten. Da war die Hose mal wieder nass. Zur Ermunterung wurden mir die Erste Hilfe Maßnahmen im Falle eines Krokodilunfalls erläutert: „Alle abgerissenen Gliedmaßen müssen unverzüglich eingesammelt und aufbewahrt werden. Sofern sich noch intakte Gliedmaßen am Körper befinden, sind diese zu stabilisieren.“ Sehr aufbauend, wenn wenigstens einer Bescheid weiß. Glücklicherweise ist mir keine große Echse über die Füße gelaufen.

Nach einem entspannten Lunch mit Pizza und Muffin führte der Rückweg über die Hauptstraßen (natürlich größtenteils ohne Fußwegs, was will man in Australien auch schon erwarten). Dies bedeutete zwar einen Umweg, aber bei Flut hätten mich keine 10 Pferde nochmal durch den Creek geführt.

Anschließend stand Entspannung im hosteleigenen Pool auf dem Programm.

Tierischen Besuch gab es dann an Tag 2 im „Absolut Backpackers“. Eine Cassowarie Mutter mit ihrem Nachwuchs verirrte sich auf die Terrasse und wurde von begeisterten Gästen gefüttert, ich glaube mit Müsli. Aber nur aus der Ferne, diese Laufvögel hatten nämlich eine beträchtliche Größe… gefährlich kamen sie mir aber nicht grad vor.

In diesem Sinne,

frohes Gliedmaßen einsammeln!


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