Donnerstag, 25. März 2010

Melancholie

Freunde des hohen Nordens,

nach meinem kurzen Zwischenstopp auf der Reise gen Äquator bin ich nun am Ziel meine Bustickets angekommen: Cairns, Tropengroßstadt und Backpackerzentrum in Queensland. 2 ½ Monate, … km und ca. 65 Stunden Busfahrt liegen nun hinter mir, seit ich Mitte Januar in Melbourne aufgebrochen bin. Das ist schon ein ganzer Brocken, würde man das auf Europa übertragen käme man wahrscheinlich einmal um den ganzen Kontinent herum.

Wie dem auch sei, auch hier oben im Traum vieler Daheimgebliebener ist das Leben nicht besser als überall sonst: es regnet. Klar, ist ja auch immer noch Regenzeit. Aber immerhin konnte ich einer altbekannten Institution wieder beitreten: dem Greenhouse, hier Northern Greenhouse. Glücklicherweise habe ich ein Zimmer voller netter Menschen bekommen, okay 2 davon sind etwas eigenartig. Die Schwedin ist unfreundlich und die Engländerin könnte ihr Bett direkt im Bad aufstellen, so viel Zeit verbringt sie darin. Das Hostel ist um einen Innenhof mit Pool angelegt, dessen Zugang sich direkt vor meiner Zimmertür befindet und hat zusätzlich auch mal wieder ordentliche soziale Einrichtungen (in denen ich mich gerade befinde, neben mir zwei Jungs die „Banana Pancakes“ auf der Gitarre spielen, herrlich^^). Aber ich wäre keine gute Deutsch, wenn ich nichts zu meckern finden würde. So hat man hier zwar freies Internet, jedoch wird dieses auf 30 Minuten beschränkt, sogar WIFI. Kann man es denn glauben? Oder besser gesagt, du kriegst die Tür nicht zu! Außerdem ist BYO nicht erlaubt, was bedeutet: kein Goon im Fridge! Dies kann man aber schlau umgehen, indem man diesen einfach im kleinen Kühlschrank in seinem Zimmer aufbewahrt. Anscheinend ist aber noch niemand auf die Idee gekommen und alle kaufen an der Bar…

Cairns wird erstmal ein längerer Aufenthaltsort werden, was danach kommt, ist ungewiss. Um ehrlich zu sein, schweifen meine Gedanken in letzter Zeit oft zurück nach Melbourne und eine innere Stimme schreit nach einem Flugticket in mein „Home away from home“. Aber wäre es das Gleiche? Wäre ich maßlos enttäuscht, weil ich die guten alten Zeiten herbeisehne, die natürlich nicht mehr weiterzuführen sind? Wäre es besser, einfach alles in guter Erinnerung zu behalten? Fragen über Fragen. Ich werde abwarten müssen, was die Zeit mir bringt.

In diesem Sinne,
frohes Nachdenken über längst Vergangenes!

Welcome to the Jungle!

Freunde der Freiluftaktivitäten,

wie wahrscheinlich schon jeder mitbekommen hat, ich habe den Cyclon überlebt! Genaugenommen habe ich nicht mal einen Luftzug davon mitbekommen. Der Kerl hat Airlie Beach verwüstet und dort den absoluten Ausnahmezustand auf den Plan gerufen.

Die letzten 2 Tage habe ich im Nichts verbracht. Also nicht, dass ich daran nach 22 Jahren in Nierst nicht gewohnt wäre.

Das Nichts trägt den schönen Namen Mission Beach und ist (Gerüchten zufolge) einer der schönsten Orte ganz Australiens um sich todesmutig aus 14.000 Fuß Höhe vom Himmel zu stürzen, die Backen und Fettansammlungen in der Luft flattern zu lassen und davon auch noch Videoaufnahmen zu machen. Im kommerziellen Wirtschaftsbereich nennt man das dann einen Skidive.

Die Mehrheit der hier absteigenden Backpacker schließt sich diesem Vergnügen an und so wird einem mindestens 3 Mal am Tag die Frage gestellt: „Uuuund, wann machst du deinen Sprung?“. Auf die Antwort „Gar nicht!“ erntete man meist ungläubiges Augenbrauen-unter-die-Stirn-ziehen. („Und was willst du dann hier?“ ist oftmals die nächste Frage.)

Weitere spannende Dinge die man hier tun kann: Regenwaldwanderungen (mehr Regen als Wald), Ausflüge auf die vorgelagerte Dunk Island (ebenfalls zu viel Regen) und einen Strandspaziergang in den eigentlichen Ortskern von ca. 5 km. Für letzteres konnte auch ich mich begeistern lassen, sogar mit einigen Schauern, denen ich mich tapfer gegenübergestellt habe. Zusammen mit der schon im Magnetic Island Bericht genannten Schweizerin habe ich den langen Weg bestritten, bei dem auch die abenteuerliche Überquerung eines Creeks eingeschlossen war. Zwar war zu diesem Zeitpunkt Ebbe und der reißende Fluss ein schnell dahinplätscherndes Bächlein, doch wir mussten der Wahrheit ins Gesicht blicken: hervorragendes Krokodilrevier. Man wies uns vorher schon darauf hin, dass an der Flussquelle eine Horde Süßwasserkrokodile ihr Zuhause haben, doch wie ich des öfteren gehört hatte, leben in den Mündungen die für Menschen lebensgefährlichen Salzwasserkrokodile. So watete ich mit einer Heidenangst durch das sandige Flussbett, bin bis zu den Knien eingesunken und in ein unerwartetes Loch getreten. Da war die Hose mal wieder nass. Zur Ermunterung wurden mir die Erste Hilfe Maßnahmen im Falle eines Krokodilunfalls erläutert: „Alle abgerissenen Gliedmaßen müssen unverzüglich eingesammelt und aufbewahrt werden. Sofern sich noch intakte Gliedmaßen am Körper befinden, sind diese zu stabilisieren.“ Sehr aufbauend, wenn wenigstens einer Bescheid weiß. Glücklicherweise ist mir keine große Echse über die Füße gelaufen.

Nach einem entspannten Lunch mit Pizza und Muffin führte der Rückweg über die Hauptstraßen (natürlich größtenteils ohne Fußwegs, was will man in Australien auch schon erwarten). Dies bedeutete zwar einen Umweg, aber bei Flut hätten mich keine 10 Pferde nochmal durch den Creek geführt.

Anschließend stand Entspannung im hosteleigenen Pool auf dem Programm.

Tierischen Besuch gab es dann an Tag 2 im „Absolut Backpackers“. Eine Cassowarie Mutter mit ihrem Nachwuchs verirrte sich auf die Terrasse und wurde von begeisterten Gästen gefüttert, ich glaube mit Müsli. Aber nur aus der Ferne, diese Laufvögel hatten nämlich eine beträchtliche Größe… gefährlich kamen sie mir aber nicht grad vor.

In diesem Sinne,

frohes Gliedmaßen einsammeln!


Samstag, 20. März 2010

Worst Case Szenario

Freunde der Naturgewalten,

„Fasten Your Seatbelt“

schreit es heute jedem aus den örtlichen Zeitungen und Nachrichtensendungen entgegen. Grund dafür: der aktuelle Cyclon vor der Küste. Da hat sich die Dame in der Eisdiele wohl etwas verschätzt mit der Annahme, dass dieser auf die Region Rockhampton trifft. Entweder das oder ich bin einfach vom Pech verfolgt. Zentrum des Blasebalgs ist nämlich genau hier, die Küstenregion Townsville. Und da ich ja nichtmal auf dem Festland bin sondern auch noch vor Townsville, wird der Cyclon heute Nacht gegen 1 Uhr (16 Uhr Deutsche Zeit) mit ungehinderter Wucht auf Magnetic Island treffen. Windgeschwindigkeiten von 170 km/h und verdammt viel Regen wird erwartet.

Was wiederum auch was gutes hat. Die Dormhütten hier im Hostel sind nämlich nicht besonders Wasserdicht, jedenfalls nicht bei solchen Regenmengen. Deshalb wurde allen Insassen dieser Räumlichkeiten ein kostenfreies Uprgrade in ein Doppelzimmer gegeben (damit alle „nice and safe“ sind, O-Ton der Rezeptionistin). Da brat mir einer nen Storch (und die Beine recht knusprig^^)! Nun teile ich mir ein kleines gemütliches Zimmer mit einer Schweizerin, der ich heute Morgen ungewollt ein wenig das Leben schwer gemacht habe… I’m sorry!

Des Weiteren kann ich berichten, mir gestern ein feines Abendessen in der ansässigen Bar gegönnt zu haben, gebackener Tasmanischer Brie mit irgendeinem undefinierbaren Chutney, Rösti und Salat. Sehr lecker! Dazu habe ich noch zwei nette Menschen aus Holland und Kanade kennengelernt, die mir den ganzen Abend von ihren weiten Reisen um die ganze Welt berichtet haben. Ich hoffe, eines Tages auch so viel erzählen zu können, war wirklich interessant.

Heute Morgen war wieder mal tierischer Besuch im Küchenbereich angesagt. Zwei knallbunte Papageien saßen auf den Stuhllehnen und ließen sich mit Äpfeln und Müsli füttern. Zum Dank sind die Kerlchen ihren Gönnern dann auf Armen und Schultern herum gehüpft. Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei.

Mein Tageshighlight für heute war allerdings mein kleiner Ausflug nach Nelly Bay im Südosten der Insel. Die Bucht ist an sich nicht weiter spannend, wie jeder andere Strand in diesen Breiten auch. Jedoch hatte ich einen neugierigen kleinen Gast auf der Piermauer entdeckt, ein Wallaby (kleines Känguru) spähte dort durch die Felsbrocken und ich konnte ein paar Schnappschüsse ergattern. Es war auch noch ein Joey dabei, aber der war noch zu schreckhaft und ist bei jeder noch so kleinen Bewegung von mir geflohen.

In diesem Sinne,
wünscht mir Glück und das ich überlebe! (Haha, nein so schlimm wird’s nicht^^)


Ganz schön windig hier!

Am liebsten hätt ichs mitgenommen :-)

Freitag, 19. März 2010

Eine Insel mit 2 Bergen

Eine Insel mitten im Meer,


eine Insel da wär das Leben nicht schwer…

Freunde des Alternativtourismus,

was schon Farin Urlaub wusste, kann ich nun voll und ganz bestätigen: Inseln sind was feines!

In meinem Falle handelt es sich aber nicht um ein kleines unbewohntes Inselchen, sondern um Magnetic Island, eine Insel mit eigener Infrastruktur und mehreren netten Ortschaften. Wer hier ein geregeltes Partyleben sucht, ist fehl am Platz. Ruhe und Beschaulichkeit dominieren das Bild.


Mit einiger Verspätung habe ich gestern Abend mein Ziel erreicht. Zuerst fuhr der Greyhound eine ganze Stunde später ab, als ausgeschrieben. Der arme Busfahrer tut mir jetzt noch leid. Er sah sich am Terminal in Airlie Beach einer riesigen Horde Backpackern gegenüber, die alle gleichzeitig ihr Gepäck verstauen und ein sonniges Fensterplätzchen ergattern wollten. Aber so nicht, meine Lieben. Da hat die Meute nicht mit dem strengen Regiment des diensthabenden Fahrers gerechnet. Jedes Gepäckstück musste sicher verstaut werden und die Fahrgäste hatten zugewiesene Sitzplätze. Ich habe glücklicherweise 2 Plätze für mich alleine gehabt.

Von Townsville gings weiter mit der Fähre nach Magnetic Island. Das Übersetzten war eine reine Achterbahnfahrt, die kleine Fähre wurde ordentlich durchgeschüttelt, hohe Wellen sind an Deck geklatscht und haben 2 kleine Jungs, zur Belustigung des gesamten Decks, durchnässt.

Auf der insel angekommen muss man mit einem Bus weiter zu seiner jeweiligen Destination fahren. Dieser hatte allerdings schon ein hoffnungslos überfülltes Gepäckfach, als ich eintraf. So habe ich mich entschlossen, eine halbe Stunde auf den nächsten Bus zu warten. Der war dann so gut wie leer, was ein Glück!


Mein Hostel „Bungalow Bay Koala Village“ ist einfach unglaublich. Die Schlafsäle sind in einzelnen Spitzdachhäusern untergebracht, die über ein riesiges Gelände mit Campingplatz verteilt stehen. Dazu kommt noch ein hauseigener Wildpark, den man aber nur auf Führungen besichtigen kann. Trotzdem gibt es einiges an freier Natur zu bewundern. Auf meinem Weg vom kleinen Supermarkt am Strand zurück zum Hostel sprangen mir 2 Kängurus direkt vor die Füße. Amazing! Eines hat sich allerdings nicht mehr getraut, weiter zu hopsen, nachdem es den Menschen neben sich entdeckt hatte und machte kehrt.

Nach dem Kochen und Abspülen wollte ich später am Abend zurück in mein Häuschen gehen und sah mich einem kleinen Possum in der Tür zur Küche gegenüberstehen, welches auf Essensuche in den Mülleimern gehen wollte.

Neben diesen Kreaturen schwirren viele bunte Vögel und riesige Schmetterlinge durch die Gegend. Leider auch Moskitos, von denen so manch eines recht gefährlich sein kann, wie mir das Faltblatt über Dengue Fieber in den hiesigen Tropen verraten hat. Wollen wir mal hoffen, dass mir so etwas erspart bleibt. Sich am Strand mit übergroßen Fliegen, die auch noch stechen können zu prügeln, ist aber auch kein Spaß. Naja, irgendwo muss das Paradies ja einen Haken haben.


Das beste an der ganzen Sache: ich habe nach 2 Monaten wieder ein vernünftiges Federkernbett und KEIN REGEN!!!


Übrigens: der angekündigte Cyclon ist noch nicht auf die Küste gestoßen. Aber von dem werde ich wahrscheinlich auch nicht viel mitbekommen, man rechnet sehr viel weiter südlich mit dem Kerl.

In diesem Sinne,

frohes Wetterbericht-schauen!



Wir wollen hier weg!!!


Bungalow Bay Koala Village


Horseshoe Bay

Montag, 15. März 2010

Zurück in der Zivilisation

Freunde des Wellenbads,

stellt euch vor, ihr sitzt Abends vor dem Fernseher. Im ZDF läuft „Das Traumschiff“, man beneidet das obligatorische Pärchen, das am weißen Strand mit türkisblauem Meer und Kokospalmen entlang spaziert. Und was denkt man? Danke wahrheitsverdrehende Medienbranche, sowas gibt’s eh nicht in Echt.

DOCH. So etwas gibt es in Echt! Und zwar in Airlie Beach, Whitsundays Coast, Queensland. Umwerfende Ausblicke könnten es sein auf die Airlie Bay, weiter draussen die Whitsunday Islands, die man vom Festland schemenhaft erkennen kann. Wäre da nicht das unberechenbare Wetter… trotz Ende der Regenzeit und Versprechungen der Einheimischen, die Regenwolken wollen sich einfach nicht verziehen. Kein dauerhafter Regen, nein ein Wechsel aus Sonne und dunkelgrauen Wolken mit Sturmböen. Da kann man leider auch den Gang an die nette Airlie Lagune vergessen, wo alles Klatschnass ist und die Leute alle paar Minuten zum nächsten Unterstand rennen um sich vor der Sintflut zu retten.

Glücklicherweise hat der Ort aber wieder etwas mehr zu bieten als beispielsweise Agnes Waters. Eine Hauptstraße mit Geschäften und überteuerten Supermärkten, sowie eine Esplanade mit Aussicht auf die Bucht.

Zusätzliche lassen sich ungefähr hier ungefähr 20 verschiedene Reisebüros finden, welche Segeltörns und Ausflüge auf die Inseln anbieten. In einem solchen habe ich dann auch gestern einen Daytrip mit Sea Rafting gebucht, eine Segelbootreise entspricht leider nicht meinem noch vorhandenen Budget. Diese Gesellschaft fährt bei jedem Wetter raus, ganz egal obs regnet und stürmt. Am Abend musste ich dann allerdings von einem Mitbewohner meines Hostels erfahren, dass so gut wie alle Trips wegen schlechtem Wetter und Wind für den nächsten Tag gecancelt wurden. Alle, bis auf meine. Erschreckend.

Trotz allem machte ich mich heute Morgen guter Dinge (obwohl mir eine halbe Pizza und ein Packung Tim Tams aus dem Kühlschrank geklaut wurden) auf den Weg zum Pick-Up. Im Bus wurde das Befürchtete dann allerdings Wahrheit: der Fahrer wies uns darauf hin, dass die Windgeschwindigkeit heute zwischen 30 und 35 Knoten lagen und die Wellten 3 bis 4 Meter hoch wären. Tolle Wurst, dachte ich mir und habe vor Angst gezittert wie Espenlaub. Wir könnten aber canceln, wenn wir Rückenprobleme hätten, schwanger wären oder uns das ganze einfach zu viel Angst machen würde. Alles klar, meine Chance, Trip gecancelt. Eine deutsche Mitreisende maulte rum und meinte, es würde schon nicht so schlimm werden, ich solle mich nicht so anstellen. Was bilden sich die Leute eigentlich ein? Ist „Nein, ich komme NICHT mit!“ unverständlich? Tsss…

Naja und nun sitze ich hier, bin meines Lebens froh und auch ein wenig traurig, weil ich die schöne Inselwelt jetzt gar nicht mehr bewundern kann. Für die nächsten Tage soll der Wind noch schlimmer werden und ich wollte hier keine Wurzeln schlagen. Schade. Aber es gibt ja noch mehr schöne Sachen zu sehen. Vielleicht sollte es auch einfach nicht so sein…

In diesem Sinne,
frohes Wellenreiten!






Dieses nette Haustier haben wir im Hostel im Bad!

Freitag, 12. März 2010

Yummie!

Freunde der Vitaminversorgung,

meine Weiterreise führt mich mittlerweile in das beschauliche Agnes Waters/Town of 1770 ins „Cool Bananas Hostel“. Dieses Hostel ist tatsächlich ziemlich cool, sauber und nett eingerichtet. Bloß die Long-Terms hier sind ein wenig eigenartig…
Auf einer kostenfreien Orientierungstour wurden mir anhand von ganzen 2 Punkten die Örtlichkeiten erklärt und mindestens genauso viele unnütze Touren schöngeredet. Ein Reinfall also, aber was solls, war ja eh umsonst. Und früh aufgestanden bin ich sowieso, da die Nacht eher schlecht als recht war. Die netten Long-Terms in meinem Zimmer haben nämlich die Angewohnheit, die Zimmertür sperrangelweit offen stehen zu lassen. Was mich ziemlich gestört hat, da mein Bett direkt neben dieser Tür steht und ich mindestens 10 mal pro Nacht aufstehen kann, um diese zu schließen. Prompt hatten wir dann gestern auch eine große Spinne (zum Glück keine Huntsman, welche aber wohl öfters hier im Hostel gefunden werden) im Zimmer, die von besagten Jungs mit Begeisterung in eine Plastikdose gesperrt wurde und für allen möglichen Scheiß herhalten musste. Eigentlich sollte es mir ja egal sein, da ich die Viecher absolut eklig finde, aber da tat sie mir dann doch leid. Einfach draufhauen und platt machen wäre mir lieber gewesen, als das sowieso schon gehandicapte Tier mit nur noch 6 Beinen durch die Luft zu schleudern und zu schütteln. Aber was will man machen.
Das Wetter hat sich wieder zum schlechten gewendet, so dass meine geplante Schifffahrt zum Great Barrier Reef und zur Lady Musgrave Island wohl ausfallen müssen. Einen Cruise übers offene Meer bei diesem Wind wird nicht stattfinden und wäre wahrscheinlich auch in den nächsten Tagen noch lebensgefährlich.
So wird mich mein Weg wahrscheinlich schon morgen Abend weiterführen, nach Airlie Beach. Länger hier zu bleiben wäre Schwachsinn, es gibt einfach nichts hier…
In diesem Sinne,

Fraser Island

Freunde der sieben Weltmeere,

„eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön“ konnte ich Dienstag fröhlich vor mir her pfeifen, während die kleine Fähre vom Hafen nach Fraser Island ablegte. Die 30 minütige Fahrt war wunderbar, blauer Himmel und ruhige See nach wochenlangem Regen. Nicht mal die ansässigen Krokodile haben sich an der Flussmündung Sandy Rivers blicken lassen. Nicht, das mich das groß gestört hätte. Nach eingehender Beobachtung habe ich auch direkt ein paar interessante Persönlichkeiten angetroffen. Ein Paar auf Hochzeitsreise (Himmel, die waren vielleicht furchtbar), 3 nörgelnde Abiturienten und Elli und Brigitte. Ich vermute, die beiden kennen sich seit der Grundschule und fahren jedes Jahr gemeinsam in den Urlaub um sich von ihren Familien zu entspannen. Oder vom anstrengenden Singleleben, wer weiß.
Auf der Insel angekommen wurden wir als allererstes von Sandfliegen und Mücken belagert (von denen es hier definitiv überall zu viele gibt). Alle Passagiere teilten sich dann in 2 Gruppen auf, rot und blau, deren Einteilung ich als Hans-guck-in-die-Luft auf wundersame Weise verpasst habe. So stand ich erstmal etwas verwirrt ohne entsprechendes Kärtchen da und musste warten, in welchem Bus noch ein Plätzchen für mich übrig blieb. Leider in jenem, in den die ganzen Paare und Hochzeitsreisende gesteckt wurden. Super.
Die erste Fahrt mit unserem riesigen Allrad-Bus führte quer durch den Regenwald (von dem es übrigens 3 verschiedene Arten auf der Insel gibt) auf den unglaublichsten Sandstrecken, über die ich jemals gefahren bin. Achterbahn ist nichts dagegen, wer einen schwachen Magen hat, ist hier nicht besonders gut aufgehoben. Doch alles Leid hat ein Ende und so erreichten wir den 75-Mile Beach, der sich an der Ostküste von Norden nach Süden entlang zieht und, man glaubt es kaum, ein offizieller Highway mit einer Geschwindigkeitsregelung von 80 km/h ist. Wir brausten also über den Sand, am aufgewühlten Meer entlang und bestaunten die Schönheit dieser Strecke.
Erster Stopp: Eli Creek, eine kleine Flussmündung mit glasklarem, herrlich kühlen Wasser. Hier konnten wir unsere Füße entspannen und ein bisschen im weißen Sand spazieren gehen. Von hier starteten auch die kleinen Sightseeing Flugzeuge, die einem direkt über den Kopf fliegen. Das ist echt witzig, man kommt sich vor wie im Film.
Nächste Halt war das Wrack der Maheno, einem Schiff das schon im 2. Weltkrieg als schwimmendes Krankenhaus gedient. Eindrucksvoll, vor allem wenn man bedenkt, dass heute nur noch ein Teil des Wracks übrig ist, da Salz und Seeluft ihren Teil zur Korrosion beitragen. In ca. 30 Jahren wird wohl nur noch die Hälfte von dem da sein, was man heute besichtigen kann.
Letzte Fotosession für den Vormittag waren die Pinnacles mit dem farbigen Sand. Hier sind ganze 72 veschiedene Farben im Sand vorhanden, für das Auge erscheinen diese aber nur als 5 bis 6 verschieden. Fand ich jetzt nicht so spannend, ein paar Felsen, die verschiedene Schichten hatten.
Zum Lunch ging es dann retour zum Eurong Beach Resort, ein hässlicher Kasten aus den 60er oder 70er Jahren. Besonders gut war das Essen hier nicht, der Orangesaft war farbiges Zuckerwasser und die Angestellten nicht sehr freundlich. Trotzdem hatte ich meinen Spaß, in dem ich den schon erwähnten nörgelnden Abiturienten gegenübersaß und so getan hab, als würde ich kein Wort Deutsch verstehen. Man erfährt doch so einiges über die Leute, wenn man sie in diesem Glauben lässt^^
Nach der Verköstigung wurde ich von einem australischen Rentnerehepaar von der Gold Coast an ihren Tisch eingeladen und habe mich über das Wetter in Europa und meine bisher 6 monatige Reise unterhalten. Das könnte ich mir zu Hause nicht vorstellen, dass sich die älteren Leute dafür interessieren, was eine X-beliebige Backpackerin so alles erlebt hat. Da sieht man wieder mal, dass hier alles ein wenig anders ist.
Im Anschluss an die 1 Stündige Pause wurde die Central Station besucht, wieso die so heißt, als würden hier die Überlandzüge ankommen, weiß ich nicht. Hier kann man einen kleinen Spaziergang durch den tropischen Regenwald machen, Königsfarne bewundern und sich von Dingos anfallen lassen. Ein solcher kreuzte hier unseren Weg und wie eigentlich jeder, der eine Fraser Island Tour macht, wissen sollte, sind Dingos ziemlich angriffslustig und gefährlich. Dieser war zwar alleine, aber man sollte nichts riskieren. Unser Tourguide übernahm das Kommando, verlangte, dass alle kleinen Kinder in die Mitte der Gruppe gestellt wurden und sich alle ruhig verhielten. Trotzdem, ein schwarzes Schaf muss es natürlich überall geben. In diesem Fall war es die liebe Brigitte. Sie streckte die Hand aus und wollte das niedliche Tierchen heranlocken und streicheln. Das der Dingo ihr in diesem Fall in die Hand gebissen hätte, hat sie wohl nicht bedacht. Der Tourguide fand das ganze auch nicht sehr spaßig und schritt schnellstmöglich ein um den Dingo zu verscheuchen.
Die ganze Aufregung musste nun aber Platz machen für das Highlight des Tages: Lake McKanzie. Ein wunderschöner Regenwassersee mitten auf der Insel, dessen Grund von Kristallklar über Azur bis Tiefblau sichtbar ist. Der Sand ist weiß wie Schnee. Glaubt mir, kein Strand dieser Welt kann da mithalten. Jedenfalls nicht diese, die ich bisher gesehen habe. Aber Sand gehört ja eh nicht mehr zu meinen Lieblingsdingen auf dieser Welt. Den Rest des Tages konnten wir entspannt mit schwimmen und sonnen verbringen. Leider war es relativ überfüllt, da anscheinend alle Touren gleichzeitig hier Halt machen. Es war ein bisschen wie auf Malle am Strand, bloß ohne Alkohol und Flirtmauer.
Auf der Fährrückfahrt habe ich dann einen älteren irischen Herren kennengelernt, der mir von Gott und der Welt berichtet hat. Dies kam mir aber ganz gelegen, sonst wäre ich wahrscheinlich auf der Stellte eingeschlafen.
So ging ein schöner und erlebnisreicher Tag zuende.

In diesem Sinne,
viele Grüße aus dem Paradies!

Regen...

Freunde der Höflichkeit,

manchmal muss man sich sogar in Australien fragen, wo sich diese versteckt hat.
Meine Reise hat mich am Samstag nach Hervey Bay verschlagen. Wer dies auf der Landkarte mitverfolgen will, bitte einmal mit dem Finger von Noosa aus (nördlich von Brisbane^^) noch ein Stückchen weiter hochrutschen. Wenn man jetzt noch ein klein wenig nach rechts oder Osten rutscht, landet man auf der größten Sandinsel der Welt: Fraser Island. Aber das nur am Rande.

Nach stundenlanger Fahrt durch Regen und überflutete Straßen (die schlimmste Flut seit 16 Jahren) musste ich am Busterminal feststellen, dass alle Hostels einen Kleinbus vorgefahren hatten, um ihre Gäste abzuholen. Alle, bis auf meins. Nach einem Anruf im Mango Eco Tourist Hostel wollte der Besitzer Phill allerdings sofort losfahren und mich aufsammeln, auf einem der anderen Hostelparkplätze. Das Mango ist nämlich so klein, es hat nicht mal einen eigenen Parkplatz. Also musste ich nochmal warten.
Zum Glück hatte ich Gesellschaft von 2 Mädels, die auch auf ihren Pick-up warteten (wobei sie, glaube ich, den Bus vorher bloß nicht erkannt haben). Laut Auskunft von Phill hatte sein Wagen das Hostelemblem auf dem Heck, ich sollte bitte danach Ausschau halten. Die Autos kamen und fuhren wieder davon, doch ich sah keinen weiteren Minibus, auf welchem das Wort „Mango“ zu sehen war. Plötzlich brach ein unglaublicher Krach los, jemand hupte wie verrückt und fuhr mit seinem Auto Rückwerts auf den Gehweg, stieg aus und schrie „Jessica! What’s up???“ Da erkannte ich erst, dass etwas auf dem Auto geschrieben war. Ein kleiner Sticker, etwa in der Größe eines Zeichenblocks (Din A 2? Keine Ahnung) wies auf das Hostel hin. Mit Sack und Pack beladen marschierte ich auf das Auto zu und sagte nur verdutzt „Sorry, ich konnte das Schild nicht sehen!“ Darauf musste ich mir erstmal ein schlechtgelauntes „Ich habe dir gesagt wo ich dich abhole“ und ein noch schlechter gelauntes „Nein, auch dein Daypack muss in den Kofferraum, da kannste du es dann mit deinem Leben verteidigen“ anhören.
Hallo, wie bitte??? dachte ich mir, Es regnet, mein Rucksack trieft schon jetzt (das Wasser der überlaufenen Straßen war nämlich in den Busgepäckraum gelaufen und jeder Rucksack konnte schwimmen lernen) und wo ist bitte grad das Problem? Wenn man nicht mal 5 Minuten auf einem fast leeren Parkplatz stehen bleiben will, weil man was-weiß-ich zu tun hat, warum steigt man nicht aus und fragt einfach nach, wer zu diesem Hostel will? Ist doch eigentlich nicht so schwer.
Auf der kurzen Fahrt ins Hostel konnte ich mir dann noch Tiraden darüber anhören, wie schlecht das Wetter im Norden erst noch würde und mich belehren lassen, dass ich auf keinen Fall schon Hinweisschilder auf Marine Stingers gesehen haben könnte. Diese würden ja erst viel weiter oben sein, im Ozean. Ja wie jetzt? Klar habe ich solche Schilder gesehen, die sind nicht einfach meiner Fantasie entsprungen und haben sich selbstständig am Strand aufgebaut. Und was heißt bitteschön, nur oben im Ozean? Von was ist Australien denn sonst noch umgeben, von einer Kakaoschüssel, die sich Blau verkleidet hat und so tut als wäre sie Wasser? Unfassbar. Aber man sollte sich hier an den guten alten Grundsatz halten: auf der einen Seite rein, auf der anderen wieder raus.
Die Frau dieses eigenartigen Menschen ist übrigens das genaue Gegenteil. Eine sehr entspannte und überaus freundliche Österreicherin, mit der man auch mal ein Schwätzchen halten kann. Sie hat mir 2 verschiedene Touren für Fraser Island empfohlen, von welchen ich mir nun eine ausgesucht habe und die morgen stattfinden wird. Laut Aussage ihres Mannes ist die Tour aber wohl Zitat „schlecht“, aus welchem Grund ich sie erst recht genommen habe ;-)
Ja Freunde, versucht niemals mir euren Willen aufzudrängen, das funktioniert nicht bei mir!
Hervey Bay selbst ist eher nicht zu empfehlen. Die Stadt ist grottenlangweilig und hat das Flair eines Industriegebiets. Der Strand ist wirklich schön und durch den Regen der letzten Tage konnte ich einen schönen Spaziergang unternehmen ohne dabei zu versanden. Überall lagen kleine Steine rum, wie ich zuerst dachte. Bei genauerem Betrachten stellten sich diese aber als Korallenstücke heraus, die wohl durch die Stürme abgebrochen und an den Strand gespült worden waren. Wirklich faszinierend. Aber leider kann man sich die bunten Dinger ja nicht einfach als Souvenir in die Hostentasche stecken. Wer nicht weiß warum, googelt bitte mal „Washingtoner Artenschutzabkommen“ und schaut sich auf der Seite des Deutschen Zoll um. Man will ja nicht aus dem Urlaub wiederkommen und im Gefängnis landen. Jedenfalls ich nicht.

In diesem Sinne,
frohes Muschelketten basteln!

Australia Zoo

Freunde der Artenvielfalt,

Freitag war es endlich soweit: mein Besuch im Australia Zoo. Allen, die nicht wissen, worum es sich dabei handelt sei gesagt: Dieser Zoo ist das Lebenswerk des weltweit bekannten „Crocodile Hunters“ Steve Irwin. Dieser ist leider im Jahre 2006 verstorben, da er mit lebensgefährlichen Stachelrochen schwimmen gegangen ist und naja, erstochen wurde.
Das Wetter sah morgens um viertel vor sieben recht einladend aus und so machte ich mich in aller Herrgottsfrühe auf, um den Coach von Noosa Heads zum Zoo zu erreichen. Nach ca. 50 Minuten Fahrt war ich dann endlich da und versuchte mich mit Hilfe einer Karte auf dem Gelände zurecht zu finden. Der Zoo ist einfach riesig und zusätzlich kann man sich viele verschiedene Tiershows angucken. Zuerst führte mein Weg vorbei an Reptilien und Kookabooras zu den Ottern, die in einer Vorführung gefüttert wurden. Niedliche Kerlchen, aber die stinken vielleicht!
Nach dieser lehrreichen Station ging es weiter, durch eines der vielen Krokodilgehege zu meinem ersten Highlight des Tages: die morgendliche Elefantenfütterung. Bei dieser darf Mann und Frau nicht einfach nur zuschauen. Nein, es werden Eimer mit Obststücken aufgestellt und jeder darf vor zum kleinen Zaun um die grauen Riesen eigenhändig mit Vitamin C zu versorgen. Das war ein Spaß! Ganze 3 Mal habe ich mich wieder hinten angestellt um nochmal vor einem Dickhäuter zu stehen. So etwas kann ich nur jedem empfehlen, ich glaube das war eine der coolsten Sachen, die ich jemals in meinem Leben gemacht habe.
Im Anschluss gings dann durch weitere Krokodilgehege zur „Wildlife Warrior Show“ im Crocosseum. Hier fliegen einem knallbunte Papageien und schwarze Kakadus um die Ohren, das man Angst bekommt, sie könnten einem auf dem Kopf landen. Tierpfleger laufen mit Schlangen auf den Armen durch die Reihen und man kann alles aus nächster Nähe bewundern. Bis auf die Hauptattraktion, die zum Schluss der Vorführung hereingeholt wird: ein freilaufendes Salzwasserkrokodil von ca. 3 Meter Länge. Gut das ein Zaun das ganze sichert! Mit ein paar Fleischstücken wird das Urzeitmonster aus dem Wasser gelockt und zu Sprüngen animiert. Nicht ganz ungefährlich das Ganze, deshalb liefen auch unzählige weitere Pfleger um das Showgelände herum. Nur 2 durften sich mit dem Kroko drinne aufhalten. Und was lernen wir dabei? „Crocs rule!“
Mein Weg führte weiter zu den Tasmanischen Teufeln, Koala Island und meinem Lunch-Stopp mit Marmeladenbrot und Joghurt. Von dort aus machte ich mich auf um die Koala Show zu sehen, in der allerlei Interessantes (das ich aber schon aus dem Besuch im Koala Krankenhaus in Port wusste) erzählt wurde und man am Ende einen der Kleinen über den Pelz streicheln durfte.
Weiter ging es dann ins Känguru Gehege „Roo Heaven“. Dieses kann man sich als eine große umzäunte Grünfläche vorstellen, in denen Kängurus frei herumlaufen, äh hüpfen. Am Eingang kann man eine Tüte Futter kaufen und die Tiere aus der Hand füttern. Da sich die Roos aber schon so sehr daran gewöhnt haben, braucht man eigentlich gar kein Futter in der Hand zu haben um sie anzulocken und an der Hand schnuppern zu lassen. (So hab ich es gemacht.)
Nach einer Runde durch eine Wetlands Area mit großen Vögeln, die sich fast allesamt nicht haben blicken lassen, stand dann das zweite Highlight des Tages an: Fotosession mit einem Koala. Gegen 20$ darf man ein kleines graues Kuscheltier auf den Arm nehmen und davon wird dann ein Foto geschossen. Das war sowas von cool, wer in seinem Leben sonst noch einen Koala auf dem Arm hatte, hebe bitte jetzt die Hand! HA HA!
Zum Abschluss habe ich mir noch das Tigergelände angeschaut und ich muss sagen: mein lieber Herr Gesangsverein, die haben ein richtig tolles Leben in ihrem Tempel. Ausreichend Platz zum Toben und sogar einen eigenen Pool. Eine Schande, dass nicht jeder Zoo so ausgerüstet ist. Hier laufen keine traurigen Katzen den ganzen Tag am Zaun auf und ab, weil kein Platz vorhanden ist.
Und hier endet auch schon der Bericht, mit dem gelben Bus gings zurück nach Noosa und dann mit dem Hostel Bus zurück in die gute Stube.

In diesem Sinne...

Stuck in the Rain

Freunde der Einsamkeit,

eigentlich sollte hier ein toller Bericht über den Australia Zoo stehen, den ich von meinem jetzigen Aufenthaltsort Noosa aus besuchen wollte. 3 Nächte habe ich gebucht im schönen Dolphins Beachhouse in Sunshine Beach und damit gerechnet, dass dies vollkommen ausreicht für das kleine Örtchen. Doch, man glaubt es kaum, wieder mal macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Über uns schwebte die letzten 2 Tage ein riesiges Sturmtief, welches ununterbrochenen Regen bescherte. Dazu kam noch, dass auf Grund des Erdbebens in Chile eine Tsunamiwarnung für den kompletten Pazifikraum herausgegeben wurde. So hing auch hier im Hostel ein Zettel mit den Worten „Tsunami Warning, please stay out of the water today!“ Da kann man nur mit dem Kopf schütteln, denn wer kann sich das schon in der Realität vorstellen? Wobei ja selbst Deutschland im schlimmsten Fall von sowas nicht verschont bleibt (Wer hat hier noch nicht Frank Schätzing gelesen? Jetzt kommt alles raus!).

Aber ein gutes Hostel ist ja auch auf so etwas vorbereitet. Man kann den armen Gästen dieses Wetter ja nicht zumuten, deshalb konnte man alle DVDs und VHS Kassetten umsonst ausleihen. Diese wurden dann auf dem eigenen TV geschaut. Man kann sich die Zimmerverteilung wie ein kleines Appartement vorstellen, 2 Dorms teilen sich jeweils eine Küche und eine Art Gemeinschafts-/TV-Raum. Super um seine Sozialkontakte mal wieder ein bisschen auszuweiten, nach der Anonymität im Chill Backpackers in Brisbane (wobei es da auch cool war). Keine Chance also, unsozial zu bleiben. Glücklicherweise sind auch alle anderen „Insassen“ nette Gesellen, die gerne mal auf einen Schwatz im Sessel platznehmen.

Leider gibt es in Noosa kein MCs mit freiem Internet, das heißt ich habe keine Ahnung, wann dieser Bericht online geht und eure Gemüter erfreut. Ich für meinen Teil bleibe auf jeden Fall nun länger hier, um am Freitag (angeblich wieder schöneres Wetter) dann den Zoo zu besuchen. Samstag geht’s auf nach Hervey Bay, von dort aus nach Fraser Island… und seid mir nicht böse, das ist zwar eine Mega Attraktion hier, aber da die Insel nur aus Sand besteht, bin ich noch nicht ganz so erfreut über den Trip. Man wird sehen.

Übrigens, seit einem halben Jahr bin ich nun nicht mehr in Europa gewesen 

In diesem Sinne,
frohes Wasserpumpen!