Sonntag, 7. Februar 2010

Klein Ballermann

Freunde des Massentourismus,

wie erreicht man, dass Millionen Backpacker und Touristen aus aller Welt als oberstes „Must See“ an der Ostküste Australiens einen bestimmten Ort angeben? Richtig, man schaut sich‘s bei Europa ab (in diesem Fall Mallorca) baut eine Menge Hotels, Diskotheken und Shoppingarcaden an einen ewig langen Strand und nennt das ganze passenderweise „Surfers Paradise“.


Das Miami Australiens, die Partyhochburg an der Ostküste, Plastik wohin das Auge reicht. Appartementkomplexe, die jedem Wolkenkratzer in Sydney und New York Konkurrenz machen können, sind hier in einer Reihe am Strand aufstellt und geben der eigentlich kleinen Stadt ein internationales Flair. Die Ansicht schön zu finden ist definitiv Geschmackssache (mir gefällts), trotzdem haben alle ein gemeinsames Problem, welches ich ja vorher absolut nicht glauben wollte: Sonne bzw. Schatten am Strand. Morgens und in der Mittagszeit stellt das Ganze überhaupt kein Problem dar, schließlich ist der Strand gen Osten ausgerichtet. Spätestens am Nachmittag sitzt man allerdings im Dunkeln und nur die cleveren, die ihr Handtuch in die Lücken zwischen den Monsterfingern ausgebreitet haben, werden noch ein wenig weitergebraten.


Besondere Sehenswürdigkeiten gibt es in Surfers nicht, tagsüber liegt man in der Sonne und nachts steppt der Bär in sämtlichen sozialen Einrichtungen. Man wird braun und betrunken und am nächsten Tag das gleiche in exakt dieser Reihenfolge. Absolutes Urlaubsfeeling also. Was fehlt sind die besten Freunde, mit denen man diese Zeit des Jahres für gewöhnlich verbringt.


Leider ist auch hier, wie im gesamten nördlichen Teil des Kontinents, im Moment Regenzeit, was zu unglaublich schrecklichem Wetter führen kann. Und ich rede hier nicht nur von Regenfällen, nein, es ist einfach nur unfassbar heiß. So heiß, dass man keinen Hund vor die Tür jagt und das Frühstück nach einer halben Stunde wieder ausgeschwitzt ist. Ernsthaft, ich glaube ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Flüssigkeit allein über meine Haut verloren. Und wenn ich dann die Einheimischen in T-Shirt und Jeans herumlaufen sehe, wird mir langsam klar, dass Mitteleuropäer nicht für diese Temperaturen geschaffen sind.
Wenn es nach mir (und allen anderen Backpackern) ginge, würden hier alle den ganzen Tag nur in Bikini und Badehose rumlaufen. Naja, vielleicht nicht alle, man will ja seine Augen nicht überstrapazieren.


Wenn ich nach Hause komme, werde ich mich nie wieder über das kalte Nieselwetter und die Minusgrade im Winter beschweren. Dann zieht man eben noch einen Pulli mehr an. Bei Hitze ist da ja bekanntlich nicht allzu viel zu machen.


In diesem Sinne,
frohes Rutschen auf vereisten deutschen Straßen!

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