Sonntag, 7. Februar 2010

Klein Amsterdam

Freunde der Tabakkulltur,


am letzten Tag (Donnerstag) im schönen Byron Bay stand wieder einmal ein kleiner Ausflug ins „Scenery Hinterland“ an. Das heißt übrigens wirklich so, meist wird nicht die englische Übersetzung „Countryside“ verwendet.

Ziel unserer Tour war das Dörfchen Nimbin, welches in ca. 1 ½ Stunden Entfernung gen Westen liegt. Für alle, die noch nie von diesem wunderlichen Ort gehört haben:

Vor ca. 60 Jahren haben Studentengruppen ein alternatives Festival in der Farm- und Aboriginalgegend veranstaltet, auf dem ein jeder seine künstlerischen Fähigkeiten in Workshops von Tanz über Malerei bis Yoga vorstellen und erweitern konnte. Da es wohl ein paar Besuchern in dieser Gegend besonders gut gefallen hat, sind sie einfach dort geblieben und haben große Landflächen zu Spottpreisen erworben, um in großen Kommunen auf diesen zu leben. Bis heute herrscht ein alternativer Lebensstil im Einklang mit der Natur. Was aber eigentlich viel wichtiger ist, zumindest für alle Backpacker, ist die Tatsache, dass Nimbin seit jeher Hauptstadt des Marihuana Anbaus und Konsum ist. Generell ist dies, wie bei uns daheim, strikt verboten und wird mit hohen Strafen geahndet. Eigentlich auch in Nimbin. Nur wird dort öfters mal ein Auge (oder auch zwei) zugedrückt.

So wurde mir das Kraut in aller Öffentlichkeit, und nicht etwa hinter vorgehaltener Hand, in jeder erdenklichen Form angeboten, gebacken (sogar als Brownie, was mir völlig neu war), getrocknet, und und und. Was für eine Schande, dass ich damit nichts am Hut habe. Aber ich kenne doch einige Personen, für die Nimbin das Paradies auf Erden darstellen würde.

Zudem kann man in fast jedem Shop neben Batikshirts und Birkenstocklatschen verschiedene rauchbare „Kräuter“ zur Beruhigung (völlig legal, jaja und ich bin die Kaiserin von China) und passend dazu Bongs in den schillernsten Farben käuflich erwerben. Mit vielen bunten Schildern, witzig benannten Läden und offensichtlichen Öko-Einwohnern ist dies eine Shoppingtour der etwas ausgefalleneren Art.

Besonders sehenswert ist auch der Besuch im „Stadtmuseum“: freier Eintritt und ein Lacher nach dem anderen. Man stelle sich ein kleines Haus vor, vollgestopft mit allten, halbierten VW Bussen, Pappmachefiguren und allerlei Krimskrams aus den letzten 60 Jahren. Das ganze ist dann allerdings nicht schön ordentlich und hinter Glas drapiert, nein alles zum anfassen und voller Spinnenweben. Ob die Absicht waren oder das Haus von einer Horde Redbacks bewohnt wurde, ist mir aber nicht wirklich klar geworden.

(Apropos Spinnen: am Mittwoch hatte ich meine erste offizielle Begegnung mit einem Tier der etwas größeren Art, sagen wir mal Bierdeckelgroß und furchtbar Angsteinfößend! Glücklicherweise haben sich nach meinem Aufschrei direkt 2 Herren der Schöpfung auf das Biest gestürzt und ihm mit Flip Flop und Wasserflasche den Gar ausgemacht. Meine Helden des Tages!)

Die Rückfahrt mit unserem klapprigen „Nimbin Shuttle & Tours“ Bus, der nicht mal Anschnallgurte hatte, führte uns durch Hügel und Wälder der Region. Spannenderweise besteht diese Landschaft nämlich aus einem alten Krater, der seinerzeit zum höchsten aktiven Vulkan der südlichen Hemisphäre gehörte. Heute ist davon, wie gesagt, nur noch ein riesiges grünes Loch und ein kleiner mittlerweile inaktiver Teil des Vulkans übrigens. Haupteinkommensquelle der Bauern (die sich nicht auf Rauschmittel festgelegt haben) ist der Anbau von Macadamiabäumen.

In diesem Sinne,

einen entspannten Nachmittag!




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