Freitag, 19. Februar 2010

Eine Weltreise

Freunde des Paralleluniversums,

ein kleiner Ausflug in eine andere Welt gefällig? Kein Problem, folgt einfach der Ann St aus der Stadt heraus, vorbei am Woolworth und mindestens 10 Kirchen. Am Ende dann einach links abbiegen und... staunen! Tretet hinein in eine Welt voller Buddhas, gefälschter Markenwaren, gebratenen Enten im Schaufenster und Verkäuferinnen im Sarong.

Ja, so sieht das alltägliche Leben aus in Chinatown, endlich mal eines das sich meiner Meinung nach wirklich so nennen darf. Neben Straßenschildern auf Chinesisch und bunten Papierlampions gibt es Kirschblütenbäume und eine riesige Koistatue, eine Symbiose aus China, Japan und was-weiß-ich welchen Ländern. Hier kann man in eine fremde Kultur eintauchen in einem Land, das den meisten von euch sowieso fremd ist. Gerade mal 20 Minuten vom CBD entfernt, liegt das Tor nach Asien und nicht (wie erwartet) an die Sunshine Coast. Noch weniger erwartet man dann allerdings den Laden des deutschen Bäckers Wolfgang in einer der Malls, den ich schon bei einem Marktbesuch am anderen Ende der Stadt kennengelernt habe.
Neben asiatischen Comicläden kann man hier am Wochenende auch einen kleinen Markt mit einheimischen Designern anschauen. Es lohnt sich also wirklich hierher zu kommen.
Leider hatte ich während meines Spaziergang vergessen, dass heute das Soundwave Festival stattfindet und währe beinahe in einer Welle von Besuchern mit in den Shuttlebus gespült worden. Eigentlich hätte es mich schon vorher wundern müssen, dass die mich umgebenden Gestalten ein wenig unasiatisch aussahen. Aber zum Glück konnte ich mich nochmal retten.

Meine Weitterreise ins schöne Noosa hat sich übrigens auch verzögert. Da ich aus schon früher erwähnten Gründen exzessives Sonnenbaden, schwimmen in Salz- und Chlorwasser sowie fiese kleine Sandkörner vermeiden muss, habe ich meinen Aufenthalt in Brisbane um eine weitere Woche verlängert. Denn was tut man sonst an Australiens Ostküste, wo es in allem anderen als Bikini und Sonnencreme einfach zu warm ist?

In diesem Sinne,
人才 周末










Was genau hat das in Chinatown zu suchen???

Mittwoch, 17. Februar 2010

Moderne Kunst

Freunde der Kunst,

stolz kann ich euch das folgende mitteilen:



Lange hat‘s zwar nicht gedauert, aber weh getan hat‘s schon bzw. immer noch. Dafür siehts schön aus :-)

In diesem Sinne,
frohes schaffen!

Montag, 15. Februar 2010

Neue Stadt, neues Glück

Freunde der weiten Welt,


lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Das Karussell der Buslinien hat mich mittlerweile in den nächsten Großstadtdschungel verschlagen: Brisbane, Hauptstadt des Sonnenstaates Queensland. Nach der langen und auslaugenden Reise von Sydney hierher, habe ich nun wieder einen längeren Aufenthalt von 2 Wochen vor mir, von denen eine allerdings schon um ist.

Was gibt es Sehenswertes in dieser Stadt? Zuerst einmal muss man wissen, Brisbane liegt nicht am Meer, wie man leicht denken könnte (habe ich aber vorher auch nicht gewusst). Von daher ist es relativ schwierig, den Temperaturen zu entfliehen. Man hat einerseits die Möglichkeit, sich in seinem klimatisierten Hostelzimmer zu verkriechen und (vergeblicherweise) zu hoffen, dass es bald vorüber ist. Oder man entdeckt auf einer kostenlosen Stadtführung, dass es im südlichen Teil, hinterm Fluss und den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, einen Stadtstrand gibt. Gesponsert von der hiesigen Eisfirma Streets (auf Deutsch: Langnese) wurde innerhalb des alten Expogeländes ein Freibadlandschaft mit Strand, Palmen und Strand-/Bademeistern angelegt, die keine Wünsche offen lässt. Warum die Bademeister allerdings Surfboards zur Rettung ertrinkender haben, ist mir schleierhaft. Und ob sie vielleicht Paul heißen, auch. Man kann sich also in aller Ruhe einen Sonnenbrand holen, ohne Riesenwellen gefahrlos schwimmen und braucht sich nicht um giftige Quallen, Haie oder Krokodile sorgen.

Von denen gibt es hier nämlich mehr als genug. Ins Meer gehe ich seit meinem letzten Stopp Surfers Paradise ab sofort nicht mehr. Toxische Glibberfische, deren Tentakeln ein so schmerzhaftes Gift abgeben, dass man allein durch die Schockreaktion des eigenen Körpers stirbt (wenn man nicht zeitnah vom Surfboard-Strandwächter gerettet wird), nein danke. Dazu kommt ein unberechenbarer Sog (wirklich nicht zu unterschätzen), von den immer wiederkehrenden Haisichtungen ganz zu schweigen.

Neben diesen offensichtlichen Tiefseemonstern kann man im ansässigen „Queensland Museum“ weitere Kuscheltiere bewundern. Hübsch aufgereiht in Schaukästen bewundert man hier die buntesten Schmetterlinge, Riesenmotten, Käfer, Spinnen, Kakerlaken und einiges mehr. Wer mich kennt weiß, dass ich schon bei toten Vertretern der zuletzt genannten Arten Herzrasen und Ekelschütteln bekomme. Doch das sollte nicht alles sein. Nach dem ich meine Runde durch Saurierskelette und Aboriginalkultur gedreht hatte, kam ich in der Sektion der einheimischen Tierarten an. Weitere Schaukästen mit liebenswerten Kreaturen lachten mich an und wollten bewundert werden. Mittendrin eine schmale Glasvitrine mit ein paar grünen Zweigen. „Komisch“, hab ich mir gedacht, „wozu stellen die denn hier eine zu groß geraten Blumenvase hin?“ Und dann sah ich es, in meinen Augen das blanke Grauen und die Beinmuskulatur zum Sprint bereit angespannt, das Schild welches verkündete: Be aware, living animals! 3 Mal dürft ihr raten, was mich nun herausfordernd anstarrte. Da waren plötzlich keine grünen Blätter mehr oder naja, nur noch wenige. Der Großteil des Geästs bestand aus riesigen Stabheuschrecken, die nur auf diesen einen Moment der Erkenntnis gewartet hatten um sich alle gleichzeitig in Bewegung zu versetzten. Grün, braun, jede Farbe dazwischen… es war furchtbar. Die Schaukästen mit den toten Tieren waren daraufhin gar nicht mehr so schlimm anzusehen. Nur eine tote Spinne ist eine gute Spinne, dies lässt sich 1 zu 1 auf Stabheuschrecken übertragen.

Wie gut, dass es im nächsten Halt namens Art Gallery nur alte Meister und zeitgenössische australische Kunst zu sehen gab, womit ich auf der sicheren Seite war. Wobei ein Gemälde einen Nazi-Aufmarsch darstellte, was mich mindestens so entsetzt hat wie die Monster.

In diesem Sinne,

sweet dreams!




Montag, 8. Februar 2010

Backpackers Big Night Out (in blue)

Freunde der digitalen Welt,

was bin ich froh, dass es eben diese gibt. So konnte ich meinem letzten Samstagabend einen ganz besonderen Anstrich in der Farbe blau geben.

Anlass des ganzen war eine organisierte Party Tour im Nachtleben von Surfers Paradise, 30$ zahlen für 4 Bars + 4 Getränke, Hut, Armband, Knicklicht & 110$ sparen.

Zu Beginn gab es ein inkludiertes BBQ um 18 Uhr, welches aus Würstchen und Brot bestand, was für mich nicht den Hit des Tages darstellte. Von daher wurde meinerseits selbst gekocht, um neidische Blicke zu erdulden. Mit gut gefülltem Magen tingelten dann diverse Mitfeiernde inkl. mir in Richtung Zimmer zurück, um sich für den Abend aufzustylen. Wozu ich allerdings geduscht habe, war mir 2 Minuten später schon nicht mehr klar, als der Schweiß wieder zu rinnen begann.

Um 21 Uhr begann dann der Spaß, ein großer Bus mit lauter Partymusik und vielen bereits angeheiterten Menschen an Bord fuhr am Hostel vor und chauffierte uns zur ersten Bar. Leider hatte es unterwegs zu regnen begonnen, so dass die meisten Mädels bereits beim Aussteigen ihr Partyoutfit bzw Make Up ruiniert sahen und ich mich zum zweiten Mal fragte, wozu ich geduscht hatte.
Wie sich später noch herausstellte, war es nicht einfach nur eine mittelschwere Sintflut, die da über uns hereingebrochen war. Nein, es handelte sich um einen Blizzard, der auch noch die nächsten Tage anhalten sollte und sogar Boote weggespült hatte.

Da es nach dem Besuch dieses ersten Etablissement nicht aufhören wollte zu schütten, konnten wir den Live Gig in der zweiten Bar nicht besuchen, da die restlichten Einrichtungen zu Fuß erreicht werden sollten. Notgedrungen wurden wir dann in einem benachbarten, viel zu schicken Restaurant/Bar einquartiert. Den meisten hat es nicht gefallen, als Backpacker will man schließlich nicht aus auf Hochglanz polierten Sektgläsern trinken, sondern Bierdosen und Plastikbecher in den Händen halten.

Die dritte hielt dann auch genau das wieder bereit. Mein persönliches Highlight des Abends war Bar Nr. 4 namens "The Bedroom". Das gesamte Kellnerinnenpersonal hatte nichts als Unterwäsche an (zur Freude aller männlichen Besucher) und rings um die Tanzfläche herum waren Betten verteilt. Ein einmaliges Ambiente, das ich so noch nie gesehen habe.
Dort endete der Abend für mich dann aber auch und ich konnte glücklicherweise trockenen Fußes wieder ins Hostel zurückkehren.

In diesem Sinne,
perti heil!



Sonntag, 7. Februar 2010

Klein Ballermann

Freunde des Massentourismus,

wie erreicht man, dass Millionen Backpacker und Touristen aus aller Welt als oberstes „Must See“ an der Ostküste Australiens einen bestimmten Ort angeben? Richtig, man schaut sich‘s bei Europa ab (in diesem Fall Mallorca) baut eine Menge Hotels, Diskotheken und Shoppingarcaden an einen ewig langen Strand und nennt das ganze passenderweise „Surfers Paradise“.


Das Miami Australiens, die Partyhochburg an der Ostküste, Plastik wohin das Auge reicht. Appartementkomplexe, die jedem Wolkenkratzer in Sydney und New York Konkurrenz machen können, sind hier in einer Reihe am Strand aufstellt und geben der eigentlich kleinen Stadt ein internationales Flair. Die Ansicht schön zu finden ist definitiv Geschmackssache (mir gefällts), trotzdem haben alle ein gemeinsames Problem, welches ich ja vorher absolut nicht glauben wollte: Sonne bzw. Schatten am Strand. Morgens und in der Mittagszeit stellt das Ganze überhaupt kein Problem dar, schließlich ist der Strand gen Osten ausgerichtet. Spätestens am Nachmittag sitzt man allerdings im Dunkeln und nur die cleveren, die ihr Handtuch in die Lücken zwischen den Monsterfingern ausgebreitet haben, werden noch ein wenig weitergebraten.


Besondere Sehenswürdigkeiten gibt es in Surfers nicht, tagsüber liegt man in der Sonne und nachts steppt der Bär in sämtlichen sozialen Einrichtungen. Man wird braun und betrunken und am nächsten Tag das gleiche in exakt dieser Reihenfolge. Absolutes Urlaubsfeeling also. Was fehlt sind die besten Freunde, mit denen man diese Zeit des Jahres für gewöhnlich verbringt.


Leider ist auch hier, wie im gesamten nördlichen Teil des Kontinents, im Moment Regenzeit, was zu unglaublich schrecklichem Wetter führen kann. Und ich rede hier nicht nur von Regenfällen, nein, es ist einfach nur unfassbar heiß. So heiß, dass man keinen Hund vor die Tür jagt und das Frühstück nach einer halben Stunde wieder ausgeschwitzt ist. Ernsthaft, ich glaube ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Flüssigkeit allein über meine Haut verloren. Und wenn ich dann die Einheimischen in T-Shirt und Jeans herumlaufen sehe, wird mir langsam klar, dass Mitteleuropäer nicht für diese Temperaturen geschaffen sind.
Wenn es nach mir (und allen anderen Backpackern) ginge, würden hier alle den ganzen Tag nur in Bikini und Badehose rumlaufen. Naja, vielleicht nicht alle, man will ja seine Augen nicht überstrapazieren.


Wenn ich nach Hause komme, werde ich mich nie wieder über das kalte Nieselwetter und die Minusgrade im Winter beschweren. Dann zieht man eben noch einen Pulli mehr an. Bei Hitze ist da ja bekanntlich nicht allzu viel zu machen.


In diesem Sinne,
frohes Rutschen auf vereisten deutschen Straßen!

Klein Amsterdam

Freunde der Tabakkulltur,


am letzten Tag (Donnerstag) im schönen Byron Bay stand wieder einmal ein kleiner Ausflug ins „Scenery Hinterland“ an. Das heißt übrigens wirklich so, meist wird nicht die englische Übersetzung „Countryside“ verwendet.

Ziel unserer Tour war das Dörfchen Nimbin, welches in ca. 1 ½ Stunden Entfernung gen Westen liegt. Für alle, die noch nie von diesem wunderlichen Ort gehört haben:

Vor ca. 60 Jahren haben Studentengruppen ein alternatives Festival in der Farm- und Aboriginalgegend veranstaltet, auf dem ein jeder seine künstlerischen Fähigkeiten in Workshops von Tanz über Malerei bis Yoga vorstellen und erweitern konnte. Da es wohl ein paar Besuchern in dieser Gegend besonders gut gefallen hat, sind sie einfach dort geblieben und haben große Landflächen zu Spottpreisen erworben, um in großen Kommunen auf diesen zu leben. Bis heute herrscht ein alternativer Lebensstil im Einklang mit der Natur. Was aber eigentlich viel wichtiger ist, zumindest für alle Backpacker, ist die Tatsache, dass Nimbin seit jeher Hauptstadt des Marihuana Anbaus und Konsum ist. Generell ist dies, wie bei uns daheim, strikt verboten und wird mit hohen Strafen geahndet. Eigentlich auch in Nimbin. Nur wird dort öfters mal ein Auge (oder auch zwei) zugedrückt.

So wurde mir das Kraut in aller Öffentlichkeit, und nicht etwa hinter vorgehaltener Hand, in jeder erdenklichen Form angeboten, gebacken (sogar als Brownie, was mir völlig neu war), getrocknet, und und und. Was für eine Schande, dass ich damit nichts am Hut habe. Aber ich kenne doch einige Personen, für die Nimbin das Paradies auf Erden darstellen würde.

Zudem kann man in fast jedem Shop neben Batikshirts und Birkenstocklatschen verschiedene rauchbare „Kräuter“ zur Beruhigung (völlig legal, jaja und ich bin die Kaiserin von China) und passend dazu Bongs in den schillernsten Farben käuflich erwerben. Mit vielen bunten Schildern, witzig benannten Läden und offensichtlichen Öko-Einwohnern ist dies eine Shoppingtour der etwas ausgefalleneren Art.

Besonders sehenswert ist auch der Besuch im „Stadtmuseum“: freier Eintritt und ein Lacher nach dem anderen. Man stelle sich ein kleines Haus vor, vollgestopft mit allten, halbierten VW Bussen, Pappmachefiguren und allerlei Krimskrams aus den letzten 60 Jahren. Das ganze ist dann allerdings nicht schön ordentlich und hinter Glas drapiert, nein alles zum anfassen und voller Spinnenweben. Ob die Absicht waren oder das Haus von einer Horde Redbacks bewohnt wurde, ist mir aber nicht wirklich klar geworden.

(Apropos Spinnen: am Mittwoch hatte ich meine erste offizielle Begegnung mit einem Tier der etwas größeren Art, sagen wir mal Bierdeckelgroß und furchtbar Angsteinfößend! Glücklicherweise haben sich nach meinem Aufschrei direkt 2 Herren der Schöpfung auf das Biest gestürzt und ihm mit Flip Flop und Wasserflasche den Gar ausgemacht. Meine Helden des Tages!)

Die Rückfahrt mit unserem klapprigen „Nimbin Shuttle & Tours“ Bus, der nicht mal Anschnallgurte hatte, führte uns durch Hügel und Wälder der Region. Spannenderweise besteht diese Landschaft nämlich aus einem alten Krater, der seinerzeit zum höchsten aktiven Vulkan der südlichen Hemisphäre gehörte. Heute ist davon, wie gesagt, nur noch ein riesiges grünes Loch und ein kleiner mittlerweile inaktiver Teil des Vulkans übrigens. Haupteinkommensquelle der Bauern (die sich nicht auf Rauschmittel festgelegt haben) ist der Anbau von Macadamiabäumen.

In diesem Sinne,

einen entspannten Nachmittag!




Mittwoch, 3. Februar 2010

Die Party beginnt...

Freunde des Wischmopp,

genau dieser hat gefehlt. Schmutz und Dreck, wohin das Auge reicht. Aber von vorne...
Sonntag führte uns die Reise zum nächsten Stop Byron Bay, seines Zeichens am Cape Byron gelegen, dem östlichsten Punkt des australischen Festlandes. Die 9 Stunden lange Fahrt durch den Regenwald, vorbei an gefühlten Millionen von Kängurus, endete mitten in der Nacht am Transit Terminal, wo eingentlich der Pick Up Service warten sollte. Aber: keiner da. Welch ein Wunder. Nach einiger Zeit des wartens wurden wir dann allerdings doch noch von ein paar Jungspunden mit Sprinter aufgesammelt, die 2 isländische Mädels abholen sollten. Naja, Island war ein wenig weit hergeholt, aber wir waren tatsächlich gemeint. Also rein in den Transporter, rauf auf die Straße und raus... ja, in den Dreck. Erstmal mussten wir lange an der Rezeption warten, da gerade das Endspiel der Australian Open im TV lief und man das als Rezeptionist natürlich keinesfalls verpassen darf. Kurz darauf wurden wir in das "Zimmer" verfrachtet: ein stinkendes dreckiges Loch, in dem mir als erstes die Karkerlaken aufgefallen sind. Na super, tierische Mitbewohner sollte es also auch geben. (Eigentlich gibt es die putzigen Käfer hier überall, aber auf dem Zimmer habe ich sie noch nie angetroffen) Zusätzlich waren die Schaumstoffmatratzen in den ungesicherten Hochbetten bis aufs letzte durchgelegen. Eigentlich hätte man sie gar nicht gebraucht und direkt auf dem Lattenrost schlafen können.
Nach einer wenig erholsamen Nacht ist Team SWE-GER auch direkt wieder ausgecht und hat sich ein neues Hostel gesucht. Nicht der grandiose Luxus (16er Zimmer mit allerlei Durcheinander auf dem Boden) aber durchaus akzeptabel. Es stank nicht und sogar eine Klimaanlage auf dem Zimmer, hervorragend. Naja die Bäder könnten etwas sauberer sein, aber als Deutsche braucht man ja immer was zu meckern :-) Positives Highlight: freies W-Lan.

Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, wurde dann gestern erstmal der Ort besichtig. Typische Touristenfalle, Souvenirgeschäfte und Restaurants mit überhöhten Preisen. Aber nett ist es doch, keine gFast Food Kettenrestaurants und keine Hochhäuser. Der Strand ist geschätzte 5 km lang und weiß wie Schnee... wenn er nicht grad von Sturmwellen überflutet ist.
Ein Must-See der Region ist das schon erwähnte Cape Byron. Nach ca. 1 Stunde steilem Aufstieg durch fast schon tropischen Regenwald gelangt man an den "most easterly point of the australian mainland". Nicht sehr spektakulär (ich hätte spätestens hier ein MC Donalds erwartet), aber die Aussicht auf das Meer ist grandios. Manchmal sollen hier auch Delphine vorbeischwimmen, das Glück hatte ich leider nicht. Des weiteren kann man einen "historichen" Leuchtturm von sage und schreibe 1901 besichtigen. Ja, wie schon des öfteren erwähnt, Alter ist relativ.

Der Abend wurde mit einer äusserst gesunden Mahlzeit gefeiert, Gemüsesandwich und Wassermelone. Was für ein gelungener Tag!

In diesem Sinne,
guten Hunger!






Ein Krankenhaus für Kuscheltiere

Freunde des wilden Lebens,

wieder einmal ging die Reise weiter.
Dem schönen Newcastle wurde am Freitag der Rücken gekehrt, nächstes Ziel: Port Macquarie oder einfach nur kurz Port genannt.
Laut unserem Hostelmanager Tony (ein netter Geselle, der einst selbst als Bakpacker durch Europa reiste) ist Port eine der wenigen nicht-touristischen Strandorte Ostaustraliens. Und das merkt man auch. Kein aufgemotzes Innenleben und keine unmengen an Souveniergeschäften. Das Wahrzeichen der Stadt ist eine etwas ungewöhnliche Attraktion: eine Reihe bemalter Felsen, welche sich an der Strandpromenade aufreihen. Jeder ist herzlichst dazu eingeladen, sich auf einem der kleinen Monoliten zu verewigen oder Geburtstagsgrüße zu hinterlassen oder einen Heiratsantrag zu machen oder... Eingentlich findet sich zu jedem Anlass und zu jeder Nationalität ein bemalter Stein. Sogar Patrick und Spongebob durften nicht fehlen!

Nachdem Sanna und ich Samstags 2 Stunden lang in der Mittagssonne einen Wanderweg entlang der Küste erklommen, einen WILDEN Waran am Strand gesichtet haben und uns in der Sonne die Kopfhaut verbrannt hatten, konnte ich eine weitere Attraktion der Stadt begutachten: das australienweit (wahrscheinlich weltweit) einzige Koalakrankenhaus. Sozusagen endemisch. Hier werden verletzte kleine Glücksbärchis geheilt und gesundgepflegt. Auf unsere Tour durch das kleine Gehege lernten wir so allerlei neues über die süßen Kletteraffen, zB das die Jungen bei der Geburt gerade mal so groß sind wie der Nagel am kleinen Finger und das ausgewachsene Koalas ganze 18 Stunden am Tag verschlafen. Ja meine Lieben, im nächsten Leben werde ich Koala. Oder alternativ Hauskatze, aber das ist ein anderes Thema.

Langsam aber sicher merke ich dann auch, dass ich die gemäßigte Klimazone so langsam hinter mir lasse. Die Schmetteringe werden größer und es regnet immer öfter, wobei sich die Temperaturen auf dem Thermometer immer weiter nach oben hangeln. Man kann sich wahrscheinlich vorstellen, was dabei herauskommt. Eine Menge Schweiß. Wie gut, dass die Zivilisation auch hier schon soweit vortgeschritten ist, dass man Deodorant käuflich erwerben kann. Leider haben das noch nicht alle unsere Mitbürger rausbekommen...

In diesem Sinne,
blumige Grüße!