Freitag, 18. Dezember 2009

Toast Hawaii und 40°

Freunde der großen Entfernung,

eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir. Leider hatte ich nie genug Zeit, die Erlebnisse direkt niedezuschreiben.
Nachdem also am Dienstag mein Schließfach gecrasht wurde, hatte ich am Mittwoch einen der heißesten Tage bisher vor mir: 40°, Sonne und starker Wind. Eigentlich könnte man denken: Wow, wie cool, so warm im Dezember. Warum sollte man da meckern? Naja, stellt euch vor, ihr steht vor einem Lagerfeuer und die Hitze schlägt euch permanent ins Gesicht. Ungefähr so war es auch an diesem Tag, man fühlte sich, wie ein Spanferkel überm Grill. Arme Viecher.

Donnerstag dann das genaue Gegenteil. Während bei euch die Schneeflöckchen Weißröckchen rieselte und die Straßen in ein Winter Wonderland verwandelten, goss es in Strömen. Kalt war es nicht besonders, trotzdem macht ein Temperaturunterschied von 15° über Nacht ne Menge aus.
Da an diesem Tag auch mal wieder eine warme Mahlzeit auf den Tisch kommen musste, haben die 3 talentierten Köche Julia, Raquel und Jessica sich für "Toast Hawaii" entschieden. Leider fehlt in unserer sonst hervorragend ausgestatteten Hostelküche ein Ofen. Deshalb musste die abgewandelte Variante in der Mikrowelle herhalten. Schmeckt auch ganz gut. Bis auf den blöden Cheddar Käse, an den kann ich mich einfach nicht gewöhnen. Richtiger Käse ist hier allerdings ein Luxusgut, welches ich mir allerdings mittlerweile regelmäßige gönne. Wie gesagt, Cheddar Scheibletten gehn einfach irgendwann nicht mehr runter...
Mit dem fertigen Schlemmermenü saßen wir dann voller Vorfreude an unserem Tischlein deck dich in der Common Area... und wurden erstmal dumm angeguckt. Andrew, der gute Geist des Hauses, seines Zeichens Australier, hatte ein Toast mit Ananas, Käse und dann auch noch MAYO! noch nie gesehen. Unfassbar für ihn, dass sowas schmecken soll. Daraus wurde dann eine große Diskussion über gutes Essen und verschiedene Kulturen. Wir stellten fest, dass es in Australien keine vernüntige Mayo zu kaufen gibt (das kam von einer Französin) und bemerkten nebenbei, dass man auf der ganzen Welt französische und italienische Restaurants findet, aber keine deutschen. Eigentartiger Umstand, tut sich uns da etwa eine Marktlücke auf? Man sollte das im Auge behalten.
Um beim Thema Essen zu bleiben, diese Woche habe ich mein erstes professionell geschmiertes Vegemite Sandwich gegessen (ebenfalls von Andrew). Und ich muss doch sagen, es war erstaunlich gut. Man nehme: ein getoastetes Weißbrot, viiiiel Butter und weeeeenig(!) Vegemite. Dann kann man das ganze durchaus essen. Allerdings sollte man sich beim zurechtmachen eine Nasenklammer aufsetzen, es STINKT!

Man sollte ja eigentlich meinen, Australien sei durch seine eigene Vergangenheit und die Multikultur nicht rassistisch. Leider musste ich eines besseren belehrt werden. Auf dem Heimweg im Zug wurden ein paar meiner Deutschen Kollegen und ich Opfer eines Verbalen rechtsradikalen Angriff. Ein paar Männer mittleren Alters haben ziemlich über unsere Heimat und unsere Geschichte hergezogen. Jaaa, okay. Wir wissen alle, das die alten Zeiten in Deutschland nicht immer gut waren. Aber ausgerechnet uns knapp 20 jährigen dafür durch den Dreck zu ziehen, ist nicht grad die feine Art.

Jetzt ist aber erstmal Wochenende und alle Sorgen sind vergessen. Fast hätte ich heute mein erste Überstunde à 35 AUD gemacht. Aber nein, Chefe hat uns pünktlich zum Finish aus den Scannern ausgeloggt. Super, da ging er dahin der Traum vom großen Geld. Morgen kommt Saskia, meine Woofing Kollegin zu mir ins Hostel und es wird ein tolles Wochenende...
Alles weitere berichte ich dann demnächst!

Gruß & Kuss!

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